Shelly mit KNX verbinden: KNXnet/IP- und 1Home-Anleitung
Shelly und KNX lassen sich heute auf mehreren Wegen miteinander verbinden. Für unterstützte Shelly-Geräte funktioniert die direkte Anbindung über KNXnet/IP. Diese native Verbindung wird häufig als Shelly Pro KNX bezeichnet. Alternativ können kompatible Shelly-Geräte über Matter und 1Home gemeinsam mit KNX genutzt werden.
Welche Lösung passt, hängt vom Shelly-Modell, der Firmware und der vorhandenen KNX Netzwerkinfrastruktur ab. Diese im August 2026 aktualisierte Anleitung zeigt die Unterschiede und erklärt die native Shelly Pro KNX Einrichtung am Beispiel eines Shelly Pro 1PM.
Kurzantwort: Ausgewählte Shelly Pro-Geräte der Gen2-PRO-Linie sowie ausgewählte Gen3- und neuere Modelle können direkt über KNXnet/IP in eine KNX Installation eingebunden werden. Dafür benötigen Sie ein KNXnet/IP-Gateway, ein korrekt konfiguriertes IP-Netzwerk und Zugriff auf Ihr ETS-Projekt. Die KNX Objekte des Shelly werden über das integrierte Webinterface des Geräts konfiguriert. Shelly-Plus-Geräte der Gen2 unterstützen KNXnet/IP nicht nativ.
Welche Lösung passt zu Ihrem Shelly-Gerät? Unterstützt Ihr Shelly-Modell KNXnet/IP und ist ein KNXnet/IP-Gateway vorhanden, eignet sich die native KNXnet/IP-Integration. Unterstützt das Gerät Matter oder sollen mehrere Smart Home-Systeme gemeinsam arbeiten, ist die Integration über 1Home meist flexibler.
Was ist KNX?
KNX ist ein offener Standard für die Gebäudeautomation. KNX Geräte kommunizieren über eine strukturierte Bus- oder IP-Infrastruktur und werden in ETS projektiert. Typische Anwendungen sind Beleuchtung, Beschattung, Heizung, Lüftung, Sicherheit und Energiemanagement.
Ein KNX System arbeitet mit Gruppenadressen, über die Geräte Informationen und Befehle austauschen. In dieser Anleitung übernimmt die ETS die Planung dieser Gruppenadressen, während die KNX Objekte des kompatiblen Shelly-Geräts im Shelly-Webinterface zugeordnet werden.
Wenn Sie die Grundlagen von ETS, Gruppenadressen und der KNX Projektierung ausführlicher kennenlernen möchten, lesen Sie unseren Leitfaden zur KNX Programmierung mit ETS6 .
Welche Möglichkeiten gibt es für Shelly und KNX?
Für die Verbindung von Shelly und KNX gibt es drei grundsätzlich verschiedene Ansätze.
Native KNXnet/IP-Integration
Bei der nativen Integration kommuniziert ein unterstütztes Shelly-Gerät direkt über KNXnet/IP mit dem KNX System. Schaltbefehle, Statusrückmeldungen, Eingänge, Dimmwerte, Beschattungsfunktionen und Messwerte werden je nach Modell als KNX Objekte bereitgestellt.
Die Gruppenadressen werden in der ETS geplant. Die Zuordnung der Gruppenadressen zu den Shelly-Objekten erfolgt anschließend im Shelly-Webinterface. Ein Import einer Shelly-Produktdatenbank in die ETS und eine Programmierung des Shelly über die ETS gehören nicht zu diesem Ablauf.
Matter und 1Home
Kompatible Shelly-Geräte können auch über Matter in 1Home eingebunden werden. 1Home verbindet dabei die Matter-Geräte mit dem KNX System und ermöglicht gemeinsame Automationen. Dieser Weg ist besonders interessant, wenn Sie neben Shelly auch weitere Matter-Geräte verwenden oder KNX und moderne Smart Home-Apps gemeinsam bedienen möchten.
Bridge-Lösung für ältere Geräte
Ältere Shelly-Modelle ohne native KNXnet/IP- oder Matter-Unterstützung benötigen gegebenenfalls eine zusätzliche Bridge. Eine solche Lösung hängt von der verwendeten Software, dem konkreten Shelly-Modell und der aktuellen Unterstützung durch die Bridge ab. Sie sollte deshalb nicht mit der direkten KNXnet/IP-Integration gleichgesetzt werden.
Shelly KNX: Kompatible Geräte und Firmware
Die native Shelly Pro/KNX Integration basiert auf KNXnet/IP. Laut aktueller Shelly-Dokumentation gilt sie für die in der offiziellen Tabelle aufgeführten Geräte der Gen2 PRO-Linie sowie für ausgewählte Gen3- und neuere Modelle. Die Mindestfirmware ist je nach Modell unterschiedlich. Viele Geräte benötigen Version 1.4.0 oder höher, bei einzelnen Funktionen oder Modellen gelten höhere Anforderungen.
Die folgende Übersicht fasst die aktuell dokumentierten Geräte zusammen. Sie ersetzt nicht die Prüfung des konkreten Modells und der installierten Firmware vor der Einrichtung.
| Gerätegruppe | Dokumentierte Modelle | KNX Funktion und Hinweise |
|---|---|---|
| Shelly Pro Schaltaktoren | Pro 1, Pro 1PM, Pro 2, Pro 2PM, Pro 3, Pro 4PM | Schalten und Status; Messobjekte bei Modellen mit Energiemessung; Cover-Funktionen beim Pro 2PM ab passender Firmware |
| Shelly Pro Dimmer | Pro Dimmer 1PM, Pro Dimmer 2PM, Pro Dimmer 0/1-10V PM | Dimm- und Statusobjekte; Messobjekte je nach Modell |
| Shelly Pro beziehungsweise Gen3 Beschattung | Pro 2PM, Dual Cover/Shutter PM, 2PM Gen3, Shutter Gen3 | Beschattungsobjekte; Cover-Unterstützung und Firmware-Anforderungen beachten |
| Shelly Gen3 und Gen4 Schaltaktoren | 1 Gen3, 1 Gen4, 1PM Gen3, 1PM Gen4, Mini 1 Gen3/Gen4, Mini 1PM Gen3/Gen4 | Schalten und Status; Messobjekte bei PM-Modellen |
| Shelly Gen3 Eingänge | i4 Gen3 | KNX Eingangsobjekte, keine Ausgänge und keine Messobjekte |
| Shelly Gen3 Stecker | Plug S Gen3, Outdoor Plug S Gen3 | Schalten, Status und Messobjekte ab der jeweils dokumentierten Firmware |
| Shelly Gen3 Dimmer | Dimmer Gen3, Dimmer 0/1-10V PM Gen3, DALI Dimmer Gen3 | Dimm- oder Steuerobjekte; Objektumfang und Messungen modellabhängig |
| Weitere aufgeführte Geräte | 1L Gen3, 2L Gen3, Ogemray Smart Relay 25A | Firmware-Anforderung und Gerätemodus vorab prüfen; Ogemray ist ein Powered-by-Shelly-Gerät |
Die offizielle Shelly-Tabelle ist maßgeblich. Prüfen Sie Modell, Generation, Firmware und Betriebsmodus vor der Einrichtung.
Nicht nativ kompatibel: Shelly Plus-Geräte der Gen2 unterstützen laut Shelly nicht KNXnet/IP. Auch ein Modellname allein reicht nicht als Kompatibilitätsnachweis. Prüfen Sie immer die exakte Modellbezeichnung, die Firmware-Version und den gewünschten Betriebsmodus. Bei Geräten mit zwei Ausgängen können zusätzliche Funktionen wie Cover Mode für Rollläden oder Jalousien erst ab einer bestimmten Firmware verfügbar sein.
Prüfen Sie vor der Einrichtung die aktuelle deutsche Shelly/KNX-Dokumentation. Dort finden Sie die vollständige Gerätetabelle, Mindestfirmware und verfügbaren KNX Objekte. Diese Liste sollte bei späteren Artikelaktualisierungen erneut mit der offiziellen Quelle abgeglichen werden.
Shelly Gen4 Geräte für Smart Home-Anwendungen
Shelly-Geräte verschiedener Bauformen. Die native KNXnet/IP-Unterstützung muss für das konkrete Modell geprüft werden.
Shelly Pro 1PM als Beispiel
Der Shelly Pro 1PM ist ein geeignetes Beispiel für Shelly Pro KNX, weil er einen Schaltausgang und Messwerte für elektrische Verbraucher bereitstellt. In der KNX Konfiguration können unter anderem Schalten, Status, Spannung, Strom, Wirkleistung und Energie verwendet werden, sofern diese Objekte für das konkrete Gerät angezeigt werden.
Voraussetzungen für die Shelly/KNX-Integration
Für die native Verbindung benötigen Sie:
- ein bestehendes KNX System
- ein unterstütztes Shelly-Gerät
- eine passende Firmware-Version
- ein KNXnet/IP-Gateway
- ein IP-Netzwerk, in dem Shelly und Gateway kommunizieren können
- Zugriff auf das ETS-Projekt
- einen Webbrowser
- die IP-Adresse des Shelly
Für den hier beschriebenen Aufbau wird ein KNX-IP-Router mit Multicast-Unterstützung verwendet. Die genaue Funktion Ihres KNX Geräts sollte vorab geprüft werden.
Mehr über die Unterschiede zwischen KNX IP-Router und KNX IP-Schnittstelle erfahren Sie in unserem Vergleich von KNX IP-Router und KNX IP-Schnittstelle .
KNX System mit KNX IP-Router und IP-Netzwerk
Beispielhafte Einordnung eines KNX IP-Routers in die Netzwerkinfrastruktur.
Sicherheitshinweis: Arbeiten an 230-Volt-Installationen dürfen ausschließlich von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Schalten Sie die Anlage vor Arbeiten an der Verdrahtung vollständig spannungsfrei.
Shelly Pro direkt mit KNX verbinden
Die Einrichtung erfolgt in wenigen grundlegenden Schritten. Die ETS wird für die Gruppenadressen und die Telegrammprüfung verwendet. Die KNX Funktion des Shelly wird über das integrierte Webinterface konfiguriert.
Schritt 1: IP-Adresse und Firmware prüfen
Suchen Sie den Shelly Pro 1PM in der Shelly-App oder in der DHCP-Liste Ihres Routers. Öffnen Sie die IP-Adresse des Geräts in einem Browser, zum Beispiel:
http://192.168.1.120
Prüfen Sie Modell und Firmware. Aktualisieren Sie das Gerät, falls für Ihr Modell eine neuere kompatible Firmware verfügbar ist.
Schritt 2: KNX aktivieren
Öffnen Sie im Shelly-Webinterface Settings und anschließend KNX. Aktivieren Sie Enable und klicken Sie auf Save settings.
Falls das Gerät einen Neustart verlangt, klicken Sie auf Reboot now und warten Sie, bis das Webinterface wieder erreichbar ist.
Schritt 3: KNX Adresse und Multicast eintragen
Vergeben Sie unter General configuration eine freie individuelle KNX Adresse, zum Beispiel 1.1.11.
Tragen Sie anschließend die Multicast-Adresse und den Port Ihres KNXnet/IP-Gateways ein. Die Shelly-Dokumentation nennt als Standardwerte 224.0.23.12 und Port 3671. Verwenden Sie diese Werte nur, wenn sie mit Ihrem Gateway übereinstimmen.
Speichern Sie die Einstellungen und starten Sie den Shelly neu, falls dies verlangt wird. Die Details finden Sie in der offiziellen Anleitung zur Shelly/KNX-General-Configuration.
Schritt 4: Gruppenadressen in der ETS vorbereiten
Legen Sie die benötigten Gruppenadressen in der ETS an oder verwenden Sie bestehende Adressen aus Ihrem Projekt. Für einen einfachen Schaltkanal können Sie beispielsweise diese Struktur verwenden:
| Funktion | Beispieladresse | DPT |
|---|---|---|
| Shelly schalten | 2/1/10 |
DPT 1.001 |
| Schaltstatus | 2/1/11 |
DPT 1.001 |
| Aktuelle Leistung | 2/1/12 |
DPT 14.056 |
| Gesamtenergie | 2/1/13 |
DPT 13.010 |
Die Adressen sind Beispiele. Verwenden Sie in einem bestehenden Projekt Ihre eigene Gruppenadressstruktur.
Schritt 5: Schalten und Rückmeldung konfigurieren
Öffnen Sie im Shelly unter KNX den Bereich Outputs. Tragen Sie beim Switch object die Gruppenadresse zum Schalten ein, zum Beispiel 2/1/10, und speichern Sie die Einstellung.
Konfigurieren Sie danach das Feedback object. Sie können die Schaltadresse übernehmen oder eine separate Statusadresse wie 2/1/11 verwenden. Eine getrennte Rückmeldeadresse ist für Visualisierungen meist übersichtlicher.
Der Schaltwert verwendet DPT 1.001. Der Wert 1 schaltet den Ausgang ein, der Wert 0 schaltet ihn aus. Weitere Hinweise finden Sie in der offiziellen Shelly-Dokumentation zu den Ausgangsobjekten.
Schritt 6: Messwerte zuordnen
Wenn Ihr Shelly-Modell Messwerte unterstützt, können Sie diese ebenfalls an KNX senden. Typische Messobjekte sind:
- Spannung, DPT 14.027
- Strom, DPT 14.019
- Wirkleistung, DPT 14.056
- Aktive Energie, DPT 13.010
Tragen Sie für jeden Messwert eine passende Gruppenadresse ein und speichern Sie die Zuordnung. Welche Messobjekte angezeigt werden, hängt vom Modell ab. Die Details finden Sie in der Shelly-Dokumentation zu KNX Messwerten.
Schritt 7: Verbindung testen
Öffnen Sie in der ETS den Gruppenmonitor oder Ihre KNX Visualisierung. Senden Sie ein EIN-Telegramm an 2/1/10. Der Shelly-Ausgang sollte schalten. Senden Sie anschließend ein AUS-Telegramm.
Prüfen Sie die Statusrückmeldung auf 2/1/11. Bei einem Modell mit Energiemessung kontrollieren Sie außerdem, ob die Werte plausibel sind und die DPTs in der ETS und Visualisierung übereinstimmen.
Optional: Shelly-Eingang als KNX Taster verwenden
Wenn ein Eingang nicht gleichzeitig die interne Shelly-Ausgangslogik steuern soll, öffnen Sie Input/Output settings und wählen Detached. Anschließend können Sie den Eingang unter KNX > Inputs als Switch (Schalter) oder Button (Taster) konfigurieren.
Dadurch vermeiden Sie, dass die interne Shelly-Logik und die KNX Konfiguration parallel auf denselben Ausgang wirken. Weitere Hinweise enthält die Shelly-Dokumentation zu Eingängen.
ETS, Gruppenadressen und Datenpunkttypen richtig planen
Die native Shelly/KNX-Integration ist einfacher zu pflegen, wenn die KNX Struktur vor der Geräte-Konfiguration sauber geplant wird. Der Shelly ersetzt dabei keine ETS-Projektierung. Die ETS bleibt der Ort, an dem Sie Gruppenadressen, Kommunikationsbeziehungen und die Visualisierung Ihres KNX Systems organisieren. Die Zuordnung der Shelly-Objekte erfolgt anschließend im Webinterface des Geräts.
Für einen einzelnen Schaltkanal genügt meist eine überschaubare Struktur:
- eine Gruppenadresse für den Schaltbefehl
- eine Gruppenadresse für die Statusrückmeldung
- je eine Gruppenadresse für die benötigten Messwerte
Verwenden Sie in einem bestehenden Projekt die vorhandene Adresslogik. Die Beispieladressen aus dieser Anleitung sind keine Empfehlung für eine bestimmte ETS-Struktur. Entscheidend ist, dass jede Adresse im Projekt eindeutig und für ihre Funktion verständlich benannt ist.
Schaltbefehle und Rückmeldungen trennen
In kleinen Testaufbauten kann dieselbe Gruppenadresse für Schaltbefehl und Rückmeldung verwendet werden. In einer größeren Installation ist eine getrennte Statusadresse meist übersichtlicher. Der Schaltbefehl beschreibt, was ein KNX Gerät anfordern soll. Die Rückmeldung beschreibt dagegen den tatsächlichen Zustand des Shelly-Ausgangs.
Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn der Ausgang lokal über einen Taster, über die Shelly-Oberfläche oder über eine andere Automation verändert wird. Eine Visualisierung sollte den tatsächlichen Status anzeigen und nicht nur den zuletzt gesendeten Befehl.
Achten Sie in der ETS außerdem auf die Kommunikationsflags. Die genaue Konfiguration hängt von Ihrer Topologie und der verwendeten Visualisierung ab. Kontrollieren Sie mindestens, ob das Schaltobjekt Telegramme empfangen darf und ob das Statusobjekt Änderungen senden kann. Bei Unsicherheit sollte der zuständige KNX Profi die Flags anhand des konkreten Projekts prüfen.
Messwerte korrekt einordnen
Bei Messwerten ist der Datenpunkttyp besonders wichtig. Spannung, Strom und Wirkleistung werden als 4-Byte-Gleitkommawerte übertragen, verwenden aber unterschiedliche DPT-Nummern. Aktive Energie wird als Zählerwert übertragen und ist daher nicht einfach ein weiterer DPT-14-Wert.
Messwert |
DPT |
Typische Einheit |
|---|---|---|
Spannung |
DPT 14.027 |
V |
Strom |
DPT 14.019 |
A |
Wirkleistung |
DPT 14.056 |
W |
Aktive Energie |
DPT 13.010 |
Wh |
Welche Objekte verfügbar sind, hängt vom Shelly-Modell und der Firmware ab. Übernehmen Sie deshalb nicht automatisch die Objektliste eines anderen Geräts. Prüfen Sie die im Webinterface angezeigten Objekte und wählen Sie in der ETS den dazu passenden Datenpunkttyp.
Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Leistung und Energie. Leistung beschreibt den momentanen Wert, beispielsweise 850 W. Energie beschreibt die über einen Zeitraum aufsummierte Arbeit, beispielsweise 4.200 Wh. Beide Werte erfüllen unterschiedliche Aufgaben in einer Visualisierung und sollten eigene, klar benannte Gruppenadressen erhalten.
Netzwerkvoraussetzungen für KNXnet/IP
KNXnet/IP verwendet das IP-Netzwerk als Transportweg zwischen Shelly und KNXnet/IP-Gateway. Eine funktionierende WLAN-Verbindung allein reicht deshalb nicht aus. Das Gerät muss das Gateway erreichen können und KNX Multicast-Telegramme müssen im Netzwerk korrekt weitergeleitet werden.
Voraussetzungen für die Inbetriebnahme:
- Shelly und KNXnet/IP-Gateway befinden sich im vorgesehenen IP-Netzwerk.
- Die IP-Adressen und Subnetze sind korrekt konfiguriert.
- Multicast wird zwischen den beteiligten Netzwerkkomponenten nicht blockiert.
- VLANs und Firewall-Regeln erlauben den benötigten Verkehr.
- Der verwendete KNX IP-Router arbeitet mit der für den Aufbau erforderlichen Multicast-Funktion.
- Die individuelle KNX Adresse des Shelly ist im KNXProjekt noch nicht vergeben.
Die häufig genannten Werte 224.0.23.12 und 3671 sind Standardwerte, aber keine universelle Vorgabe für jedes Gateway. Maßgeblich ist die Konfiguration Ihres konkreten KNXnet/IP-Geräts. Tragen Sie im Shelly keine Werte ein, die nicht mit dem Gateway übereinstimmen.
Bei einer Fehlersuche sollten Sie zunächst die Netzwerktopologie vereinfachen. Testen Sie Shelly und Gateway möglichst im selben Segment, bevor Sie VLANs oder komplexe Firewall-Regeln einführen. Wenn der Test funktioniert, können Sie die endgültige Segmentierung schrittweise wieder aktivieren. So lässt sich leichter erkennen, ob ein Gerät, eine Gruppenadresse oder das Netzwerk die Ursache ist.
Welche Integrationsmethode passt zu Ihrem Projekt?
Die Entscheidung zwischen nativer KNXnet/IP-Anbindung und Matter über 1Home sollte nicht nur vom Gerät, sondern vom gesamten Projekt abhängen.
Die native Lösung passt gut, wenn:
- das konkrete Shelly-Modell in der aktuellen Shelly/KNX-Dokumentation aufgeführt ist
- bereits ein geeignetes KNXnet/IP-Gateway vorhanden ist
- die Bedienung und Diagnose hauptsächlich über die KNX Infrastruktur erfolgen soll
- Schalt-, Status- und Messobjekte direkt in die KNX Projektierung eingebunden werden sollen
- keine zusätzliche Übersetzungsebene für das Gerät benötigt wird
Matter über 1Home ist häufig die bessere Wahl, wenn:
- das Shelly-Modell Matter unterstützt, aber nicht für native KNXnet/IP gelistet ist
- neben Shelly weitere Matter-Geräte genutzt werden
- KNX, Shelly und andere Smart Home-Geräte in gemeinsamen Automationen zusammenarbeiten sollen
- eine zentrale Bedienung über eine moderne Smart Home-App gewünscht ist
- kein eigener nativer KNXnet/IP-Aufbau für jedes Gerät eingerichtet werden soll
Eine Bridge für ältere Shelly-Geräte sollte als separates Projekt bewertet werden. Prüfen Sie vorab, ob die Bridge das konkrete Modell, die gewünschten Gerätefunktionen und die benötigte Matter-Geräteklasse unterstützt. Berücksichtigen Sie außerdem Updates, Ausfallsicherheit und den zusätzlichen Wartungsaufwand. Eine nicht gepflegte Bridge ist keine gleichwertige Alternative zu einer offiziell unterstützten Integration.
Typische Fehler bei Shelly KNX
Der Shelly reagiert nicht auf KNX Telegramme
Prüfen Sie, ob KNX aktiviert ist, die individuelle Adresse eindeutig ist und Multicast-Adresse sowie Port mit dem Gateway übereinstimmen. Kontrollieren Sie außerdem, ob Ihr Netzwerk Multicast zwischen den Geräten zulässt.
Die Statusrückmeldung fehlt
Prüfen Sie das Feedback object und vergleichen Sie die Gruppenadresse im Shelly mit der Adresse in der ETS. Kontrollieren Sie auch, ob Ihre Visualisierung die Statusadresse liest.
Messwerte sind falsch oder fehlen
Prüfen Sie die DPT-Zuordnung. Spannung, Strom und Wirkleistung verwenden unterschiedliche DPT-14.xxx-Typen. Aktive Energie verwendet DPT 13.010. Eine falsche Zuordnung kann unplausible oder fehlende Werte verursachen.
Der physische Taster schaltet unerwartet lokal
Trennen Sie den Eingang unter Input/Output settings vom Ausgang und konfigurieren Sie ihn anschließend gezielt als KNX Eingang.
Der Shelly erscheint nicht im ETS-Katalog
Das ist bei dieser Einrichtung kein Fehler. Die Shelly/KNX-Objekte werden über das Shelly-Webinterface konfiguriert. Die ETS wird für Gruppenadressen, Telegramme und die Visualisierung verwendet.
Shelly und KNX über Matter mit 1Home verbinden
Die native KNXnet/IP-Integration ist nicht für jedes Shelly-Gerät die passende Lösung. Wenn Ihr Shelly Matter unterstützt, können Sie ihn alternativ über 1Home in Ihr KNX System einbinden.
Was ist Matter?
Matter ist ein herstellerübergreifender Smart Home-Standard. Er definiert gemeinsame Geräte- und Kommunikationsmodelle, damit kompatible Geräte verschiedener Hersteller in unterstützten Smart Home-Apps und -Plattformen zusammenarbeiten können. Matter ersetzt in diesem Artikel nicht KNXnet/IP. Bei der Matter-Variante übernimmt 1Home die Verbindung zwischen Matter-Geräten und KNX.
Weitere Informationen finden Sie bei der Connectivity Standards Alliance.
Matter verbindet kompatible Geräte verschiedener Hersteller und Plattformen.
Mit 1Home können Matter-Geräte in einer Umgebung mit KNX verwendet werden. Der 1Home Server KNX Pro unterstützt die lokale KNX Integration und die Einbindung von Matter-Geräten. Das 1Home IoT Gateway ist darauf ausgelegt, Matter-Geräte zu KNX zu bringen und über Gruppenadressen nutzbar zu machen.
Über 1Home können Matter-Geräte und KNX in einer gemeinsamen Automationsumgebung verwendet werden.
Wann ist Matter über 1Home sinnvoll?
Matter über 1Home ist besonders interessant, wenn:
- Sie keinen direkten KNXnet/IP-Zugang für das Shelly-Modell einrichten möchten
- Sie Shelly mit weiteren Matter-Geräten kombinieren möchten
- Sie KNX und Matter in einer App bedienen möchten
- Sie gemeinsame Automatisierungen für Geräte beider Systeme erstellen möchten
- Sie eine lokale Integrationslösung bevorzugen
Die Einrichtung erfolgt nicht über die Shelly/KNX-Objekte, sondern über den Matter- und 1Home-Workflow. Native KNXnet/IP und Matter über 1Home sollten daher im Artikel nicht als identische Funktionen beschrieben werden.
1Home als zentrale Plattform für KNX und Matter
Der 1Home Server KNX Pro verbindet KNX mit modernen Smart-Home-Ökosystemen und kann Matter-Geräte lokal integrieren. Je nach Setup können KNX-Geräte und Matter-Geräte gemeinsam in der 1Home Mobile App, in Automationen oder in kompatiblen Matter-Apps verwendet werden.
1Home Server verbindet KNX und Matter
Der 1Home Server KNX Pro verbindet KNX mit Matter und weiteren Smart-Home-Ökosystemen.
Ein typisches Beispiel ist ein KNX-Taster im Wohnzimmer, der eine Matter-kompatible Shelly-Steckdose schaltet. Umgekehrt kann ein Matter-Ereignis eine KNX-Beleuchtung oder eine KNX-Beschattung auslösen. Solche Verknüpfungen werden in 1Home als Automation erstellt.
Mehr Informationen finden Sie in der Dokumentation zu 1Home Automations und zur Einrichtung des 1Home Server KNX Pro.
Native KNXnet/IP oder Matter über 1Home?
Anforderung |
Native KNXnet/IP |
Matter über 1Home |
|---|---|---|
Shelly direkt in KNX nutzen |
Sehr gut geeignet |
Geeignet über die Plattform |
ETS-basierte KNX-Planung |
Gruppenadressen und Monitoring in ETS |
KNX bleibt in ETS, Matter wird in 1Home verwaltet |
KNXnet/IP-Gateway erforderlich |
Ja |
Je nach 1Home-Setup |
Weitere Matter-Geräte integrieren |
Nicht der Schwerpunkt |
Ja |
Shelly-Modell |
Nur unterstützte KNXnet/IP-Modelle |
Matter-kompatible Modelle |
Gemeinsame Automationen |
Über KNX-Logik oder Visualisierung |
Grafische 1Home Automationen |
Lokaler Betrieb |
Ja, im lokalen KNX/IP-Netzwerk |
Ja, abhängig vom gewählten 1Home-Setup |
Die native Lösung ist meist die direkteste Wahl für eine professionelle KNX-Installation mit einem unterstützten Shelly-Gerät und vorhandenem KNXnet/IP-Gateway. Matter über 1Home ist flexibler, wenn mehrere Smart-Home-Protokolle und Gerätefamilien gemeinsam verwendet werden sollen.
Anwendungsbeispiele für Shelly KNX
Energieüberwachung einzelner Verbraucher
Ein Shelly Pro 1PM kann einen einzelnen Stromkreis überwachen. Die Messwerte lassen sich an KNX senden und in einer Visualisierung anzeigen. So können Sie beispielsweise den Verbrauch einer Waschmaschine, einer Werkstatt oder einer Außenanlage beobachten.
Nachrüstung ohne neue KNX-Leitung
In einem Nebengebäude, einer Garage oder einem später ausgebauten Raum kann ein unterstütztes Shelly-Gerät eine praktische Ergänzung sein, wenn dort keine KNX-Leitung vorhanden ist. Die Netzwerkanbindung muss trotzdem stabil geplant werden.
Gemeinsame Automationen
Mit 1Home kann ein KNX-Sensor eine Matter-kompatible Shelly-Steckdose auslösen. Umgekehrt kann ein Matter-Ereignis eine KNX-Beleuchtung oder eine KNX-Beschattung steuern. Die Systeme bleiben technisch getrennt, können aber in einer Automation zusammenarbeiten.
Sicherheit und Wartung
Shelly-Geräte mit KNXnet/IP unterstützen laut Shelly-Dokumentation derzeit keine KNX Security. Für die Netzwerksicherheit sollten KNX- und Shelly-Geräte deshalb nicht ungeschützt aus dem Internet erreichbar sein.
Empfehlenswert sind:
- ein separates oder gut abgesichertes Netzwerk für Gebäudeautomation
- aktuelle Firmware-Versionen
- restriktive Firewall-Regeln
- kein direkter Internetzugriff für Geräte, die ihn nicht benötigen
- ein sicherer Fernzugriff, wenn Wartung aus der Ferne erforderlich ist
- ein Test der wichtigsten Automationen nach Firmware-Updates
Bei Arbeiten an der elektrischen Installation gelten die Vorgaben der Elektrofachkraft und die lokalen Sicherheitsbestimmungen.
Fazit: Shelly KNX funktioniert, aber der Weg hängt vom Modell ab
Kurz gesagt: Verwenden Sie die native KNXnet/IP-Integration, wenn Ihr Shelly-Modell offiziell unterstützt wird und bereits ein KNXnet/IP-Gateway vorhanden ist. Verwenden Sie Matter über 1Home, wenn Sie mehrere Matter-Geräte, verschiedene Smart-Home-Systeme oder gemeinsame grafische Automationen integrieren möchten.
Prüfen Sie vor der Einrichtung immer das konkrete Shelly-Modell, die Generation, die Firmware und die Netzwerkvoraussetzungen. Die native KNXnet/IP-Verbindung wird über ETS und das Shelly-Webinterface eingerichtet. Bei der Matter-Variante übernimmt 1Home die Verbindung zwischen Matter-Geräten und KNX.
Häufig gestellte Fragen zu Shelly KNX
Kann man Shelly und KNX verbinden?Ja. Unterstützte Shelly-Geräte können direkt über KNXnet/IP verbunden werden. Matter-kompatible Geräte lassen sich alternativ über 1Home in ein KNX-System integrieren.
Welche Shelly-Geräte unterstützen KNXnet/IP?Die aktuelle Shelly-KNX-Dokumentation listet Geräte der Gen2-PRO-Linie sowie ausgewählte Gen3- und neuere Modelle. Shelly-Plus-Geräte der Gen2 unterstützen KNXnet/IP nicht nativ. Prüfen Sie immer das konkrete Modell und die benötigte Firmware.
Wird ein KNX-IP-Gerät benötigt?Für die native Shelly-KNX-Anbindung benötigen Sie ein KNXnet/IP-Gateway. Für den in dieser Anleitung beschriebenen Aufbau wird ein KNX-IP-Router mit Multicast-Unterstützung verwendet.
Muss der Shelly in ETS importiert werden?Nein. Die Gruppenadressen werden in ETS vorbereitet. Die KNX-Funktion, individuelle Adresse, Multicast-Einstellungen und Shelly-Objekte werden über das integrierte Shelly-Webinterface konfiguriert.
Funktioniert Shelly KNX ohne Cloud?Die native KNXnet/IP-Kommunikation läuft im lokalen IP-Netzwerk. Bei Matter über 1Home hängt der genaue Ablauf vom verwendeten 1Home-Produkt und Setup ab. Die Produktdokumentation beschreibt die lokale Integration der unterstützten Geräte.
Unterstützt Shelly KNX Secure?Laut aktueller Shelly-Dokumentation unterstützen Shelly-Geräte mit dieser KNX-Integration derzeit keine KNX Security. Sichern Sie deshalb das IP-Netzwerk und den Fernzugriff entsprechend ab.